2026 gibt es auf Grund der Umstellung von G8 auf G9 kein Abitur an den Gymnasien? Nicht so am Städtischen Gymnasium, wo der Bündelungsjahrgang an vergangenem Wochenende eine historisches Abschlussfest zelebrierte.

Ganze 15 Abiturientinnen und Abiturienten schauten Schulleiterin Petra Weides bei der feierlichen Verabschiedung der diesjährigen Abiturientia des Städtischen Gymnasiums, die in diesem Jahr im Bürgerzentrum stattfand, erwartungsvoll entgegen.

Den Auftakt der Feierlichkeiten bildete ein von den Abiturienten vorbereiteter interreligiöser Gottesdienst in der Pauluskirche, in dem auf drei gemeinsame Schuljahre Rückschau gehalten und um Gottes Segen für die Zukunft gebetet wurde.

Oscar Schreiner aus der Jahrgangsstufe EF sowie Beratungslehrer und zugleich „Jahrgangsstufenpapa“ Dominik Gerwens übernahmen die musikalische Begleitung des Festaktes. Nach der Begrüßung der Gäste durch die stellvertretende Schulleiterin Dr. Anne Giebel begann Schulleiterin Petra Weides ihre Festrede. „,Abicalypse – wir haben es überlebt!‘ – ich muss zugeben, als ich euer Abimotto zum ersten Mal gehört habe, war ich ziemlich geschockt“, gestand die Direktorin. „Von wegen „Apokalypse“! Eigentlich hattet ihr bei uns traumhafte Zustände: Englisch LK mit sechs Leuten, Deutsch LK mit acht und insgesamt sehr viele kleine Kurse, in denen man sich intensiv um euch kümmern konnte. Ihr wart hier drei Jahre lang VIPs – jeder kannte euch! Weil ihr so etwas Besonderes wart, aber auch weil viele von euch sich sehr engagiert in der SV und ihren Projekten betätigt haben und weil ihr alle ganz unverwechselbare Persönlichkeiten seid, die man aufgrund der geringen Gruppengröße sehr schnell kennen und schätzen lernte.“

Die Schulleiterin dankte nicht nur ihren Kolleginnen und Kollegen, die die Abiturientia ausgebildet haben, sondern ihr Dank galt insbesondere auch Jan Mähr und seinem Kollegium an der Fritz-Winter-Gesamtschule, mit der das Städtische kooperiert hat, um dem Bündelungsjahrgang ein möglichst breites Fächerspektrum anzubieten.

Den Abiturienten wünschte Petra Weides, dass sie sich ihre Besonderheit bewahren, dass sich ihnen viele tolle neue Türen für sie öffnen würden und sie das Abenteuer Leben gemeinsam mit vielen lieben Menschen genießen können.

Der stellvertretende Bürgermeister Serhat Ulusoy überbrachte die Glückwünsche der Stadt und ließ die Abiturientinnen und Abiturienten an seinen Erinnerungen an sein eigenes Abitur am Städtischen teilhaben. Ulusoy stellte die Bedeutung heraus, sich gerade in der heutigen Zeit für demokratische Werte einzusetzen und Informationen richtig einzuordnen. „Die Gesellschaft braucht Menschen, die Widerspruch aushalten können. Sie haben gelernt, Verantwortung zu übernehmen und eine eigene Haltung zu entwickeln“, wandte er sich an die Abiturientia. Am Ende seiner Rede bemerkte er augenzwinkernd mit Blick auf das Motto: „Feiern Sie heute schön, als gäbe es kein Morgen!“

Stellvertretend für die Schulpflegschaft überbrachte Bozena von Hagen die Glückwünsche. Sie stellte noch einmal die Besonderheit des Jahrgangs heraus. Als Symbol überreichte sie allen ein Kleeblatt und wünschte den Abiturienten Glück und Vertrauen, dass sich die Dinge zum Guten entwickeln werden und sie mit Mut und Gelassenheit in die Zukunft blicken. „Bleibt neugierig, bewegt euch und bleibt euch selbst treu“, appellierte Bozena von Hagen.

Die Vorstandsmitglieder des Vereins der Freunde und Förderer des Städtischen Gymnasiums Verena Röttger und Carina Budde überraschten die Abiturientinnen und Abiturienten ebenfalls mit einem kleinen Präsent: Sie verteilten Kompasse und wünschten den jungen Leuten, dass sie stets die Orientierung nicht verlieren und auf ihrem Pfad bleiben.

Der stellvertretende Schülersprecher Oscar Schreiner gratulierte im Namen der an der Schule verbleibenden Schülerschaft, und dankte dem scheidenden Schülersprecher Denis Mikucewicz für sein langjähriges Engagement in der SV mit einem Präsent.

Vor der Überreichung der Abiturzeugnisse verabschiedete sich der Beratungslehrer Dominik Gerwens von der Abiturientia, die ihm in den vergangenen drei Jahren ans Herz gewachsen war. Er hatte alle 15 von ihnen im Unterricht und bis auf eine Ausnahme prüfte er auch alle von ihnen im Abitur. Man habe sich täglich in der Frühe gesehen, habe viele Fahrten und Exkursionen zusammen gemacht und die Hürden des Bündelungsjahrgangs gemeinsam gemeistert. „Alles was ich euch mitgeben konnte, habe ich euch mitgegeben. Ich verbinde mit jedem von euch ein skurriles Erlebnis, denn wir haben extrem viel Zeit miteinander verbracht. „Die Zeit nach dem Abitur ist die schönste im Leben, man fühlt sich nie wieder so frei und jung“, gab er seiner scheidenden Schülerschaft als Rat mit auf den Weg.

Stufensprecher Luca Nölle ließ die Schulzeit noch einmal Revue passieren. Er hob hervor, dass man als Stufe einander in stressigen Zeiten getragen und in chaotischen Zeiten zusammengehalten habe. Man habe stets das Gefühl gehabt, nicht allein zu sein. „In den drei Jahren ist viel geschehen, dass uns zusammengeschweißt hat“, stellt er heraus. Im Namen der Abiturientia dankte er noch einmal „allen, die es mit ihnen aushalten mussten“ und lud die Festgesellschaft zum Umtrunk und zum Buffet nach dem Überreichen der Abiturzeugnisse ein.

Durch den Vorsitzenden der AVA Bastian Mertenskötter wurden die Jahrgangsbesten, Laura Kraus, Mariella Dörnemann, und Chiara Kraus anschließend mit einem Buchgutschein geehrt. Für sein außergewöhnliches soziales Engagement erhielt Denis Mikucewicz eine Auszeichnung. Für besondere Kenntnisse im Fach Mathematik wurde Laura Kraus geehrt.

Im Anschluss an ein kurzweiliges Bühnenprogramm, bei dem sich Abiturientinnen und Lehrkräfte in punkto unnützen Wissens, Musikkenntnissen, Erkennen von Kinderfotos und Anekdoten messen mussten, wurde der Saal des Bürgerzentrums für die große Abiturparty frei geräumt. Sommerliche Temperaturen ließen es zu, dass auch die Außenanlagen noch lange bis in die Partynacht miteinbezogen wurden.

  1. Die Abiturientia 2026 am Städtischen Gymnasium mit Beratungslehrer Dominik Gerwens
  2. Überreichen der Abiturzeugnisse durch Schulleiterin Petra Weides im Beisein von Dr. Anne Giebel, Dominik Gerwens, Verena Röttger und Carina Budde sowie Bozena von Hagen
  3. Ehrung für die Jahrgangsbesten bzw. für außergewöhnliches soziales Engagement: Chiara Kraus, Denis Mikucewicz, Mariella Dörnemann, Laura Kraus und Bastian Mertenskötter (von links nach rechts)
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