Neuer Mieter für Schloss Crassenstein: Der Karriere-Campus will junge Menschen aus dem Ausland auf eine Zukunft in Deutschland vorbereiten.

Diestedde (mjk) – Schloss Crassenstein in Diestedde hat einen neuen Mieter: Nach dem Aus der Privatschule zieht dort der Karriere-Campus ein, der junge Menschen aus dem Ausland auf eine berufliche Zukunft in Deutschland vorbereiten möchte.

Am Samstag unterzeichneten die Schloss Crassenstein GbR und die Karriere-Campus De GmbH den entsprechenden Mietvertrag. Geschäftsführer Anish Joy Kallookadan will das denkmalgeschützte Wasserschloss in Diestedde künftig für ein internationales Sprach- und Integrationsprogramm nutzen.

Auf Privatschule folgt Karriere-Campus

Die Vereinbarung knüpft an den Internatsbetrieb an und folgt auf eine Privatschule, deren Betreibergesellschaft im Mai 2023 insolvent geworden war. Die neue Gesellschaft hat ihren Sitz inzwischen nach Diestedde verlegt und bereitet vor allem junge Menschen aus dem südindischen Bundesstaat Kerala auf eine berufliche Zukunft in Deutschland vor. Während ihres Aufenthalts auf Schloss Crassenstein lernen die Teilnehmer Deutsch, werden auf den Arbeitsalltag vorbereitet und erhalten Unterstützung bei ihrer Integration.

Für Geschäftsführer Anish Joy Kallookadan ist das Projekt eng mit seiner eigenen Lebensgeschichte verbunden. Er stammt selbst aus Kerala, kam vor vielen Jahren nach Deutschland, absolvierte seine Ausbildung bei Haver & Boecker, studierte anschließend und arbeitet heute als Ingenieur. Nun möchte er jungen Menschen ähnliche Chancen eröffnen, wie er sie selbst erhalten hat. „Deutschland hat mir die Möglichkeit gegeben, mich beruflich und persönlich weiterzuentwickeln. Mit dem Karriere-Campus möchte ich anderen jungen Menschen denselben Weg eröffnen und sie dabei von Anfang an begleiten“, betont Kallookadan.

Mit der Region verbindet ihn zudem eine langjährige persönliche Beziehung. Seit seiner Jugend steht Kallookadan mit dem Unternehmer und ehemaligen Haver-&-Boecker-Geschäftsführer Dr. Reinhold Festge in Kontakt. Die Verbindung habe ihn über viele Jahre begleitet und seinen Weg in Deutschland mitgeprägt.

Schloss als Wohn- und Lernort

Das Schloss Crassenstein in Diestedde soll während der Sprach- und Integrationsphase als Wohn- und Lernort dienen. Neben dem Unterricht steht auch das Kennenlernen der deutschen Kultur, des gesellschaftlichen Lebens und der Arbeitswelt im Mittelpunkt.

Dabei setzt das Unternehmen bewusst auf kleine Gruppen und eine persönliche Betreuung. Nach Angaben von Karriere-Campus De bestehen bereits Kooperationen mit Unternehmen und Einrichtungen wie Haver & Boecker, Caritas, SMMP, Febromed, Galenheim und AAZ Hamm. Weitere Partner aus Industrie, Handwerk, Pflege und Gesundheitswesen sollen hinzukommen.

Gleichzeitig sollen die Teilnehmer durch Kontakte zu Vereinen, kulturellen Veranstaltungen und dem Gemeindeleben frühzeitig Anschluss in der Region finden.

Für Dr. Reinhold Festge schließt sich mit der Vertragsunterzeichnung ein wichtiger Prozess. Er freue sich, die beiden Partner auf dem Weg zu dieser Vereinbarung begleitet zu haben. „Anish Joy Kallookadan hat seinen Weg in Deutschland mit großem Engagement gemeistert. Es freut mich, dass daraus nun ein Projekt entsteht, das jungen Menschen neue Perspektiven eröffnet. Nun kann neues Leben in das ehrwürdige Gebäude einziehen“, sagte er während der Feierstunde.

Neue Ausrichtung

Mit der Vermietung an den Karriere-Campus setzen die Eigentümer auf eine Fortführung der Schlossgeschichte mit neuer Ausrichtung. Das Anwesen bleibt in privater Hand und wurde in den vergangenen Jahren kontinuierlich renoviert und modernisiert. Dieser Weg soll auch künftig fortgesetzt werden.

Bereits heute sind auf Schloss Crassenstein im Nikolausdorf das Stiftungszentrum Westfalen und das Innovationszentrum Westfalen beheimatet, die das historische Ensemble als Ort des Austauschs und der Vernetzung prägen. „Wir freuen uns, dass mit dem Karriere-Campus wieder junge Menschen nach Crassenstein kommen und das Schloss mit Leben füllen“, sagte Schlossherr Dr. Frank Röschinger. Für die Gemeinde Wadersloh und den Kreis Warendorf verbindet sich mit dem Projekt die Hoffnung auf neue wirtschaftliche Impulse und zusätzliche Fachkräfte.

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